Donnerstag, 19. November 2009

Simply Amazing

Emanuel Eboué ist ein besonderer Typ. Zwar stoßen seine fußballerischen Fähigkeiten oft auf Ablehnung, allerdings ist der Ivorer einfach nur ein Mann zum Gernhaben. Mit seinen Pavian-Tanzeinlagen nach einem Treffer oder seinem Übersteiger-Stakkato mit integriertem Stolpern hat er sich förmlich in die Herzen der Fans katapultiert. Eboué ist kultig und anders. Das hat er auch beim Spiel Deutschland-Elfenbeinküste wieder bewiesen, wo er eine absolut ordentliche Leistung gezeigt und wieder einmal zum Schmunzeln gesorgt hat. Zugegeben: Er konnte darüber erst einmal nicht lachen. Vorhang auf für den eleganten Vollstrecker mit unglaublichem Torriecher:



Allerdings sorgte nicht nur Eboués seltsamer Treffer für Schlagzeilen, sondern auch das Spiel Frankreich-Irland. Die tapfer kämpfenden Trappatoni-Schützlingen gingen zunächst in Führung (durch wen ist nicht sonderlich bedeutsam...), doch ein Treffer in der Nachspielzeit zerstörte ihre Träume von Südafrika. Vor Gallas Kopfballtor hatte Henry den Ball allerdings klar mit der Hand gespielt, was Thierry nicht einmal bestreiten wollte. "The ball hit my hand and, I will be honest, it was a handball."
Nur: Den Iren hilt das nicht weiter. Jetzt wollen sie Protest einlegen und ein Relegationsspiel fordern. Viel bringen wird das aber wohl nicht. Deshalb wird ihnen "Le Hand of God" noch lange in Erinnerung bleiben.

Sonntag, 8. November 2009

Seriösität? Aber Warum Denn?

Ich war wirklich überrascht, als mir gestern bei N24 im News-Ticker folgende Meldung ins Auge sticht: Arsenal bietet 17 Millionen für Özil. Bitte?
Gerüchte über Arsenal geistern ja desöfteren durch die Medien. Deshalb wollte ich erst einmal überprüfen, auf welche seriöse Quelle sich der renommierte Nachrichtensender berufen würde, denn hätte die Geschichte nicht einen bestimmen Wahrheitsgehalt, so würde sie doch sicher nicht gebracht worden. Nach kurzer Recherche ist klar: Der Daily Star ist der Urheber. Und genau ab jetzt fängt bei mir der Ärger an. Denn der Star ist wahrlich keine Ausgeburt an beispielhafter Seriösität. Yellow Press schlechthin. Ich bin wirklich enttäuscht von dem Sender, dass sie das Gerücht nicht einfach überprüft haben, sondern einfach so bringen. Mit ein bisschen Hinterfragen wird klar, dass vieles nicht passen kann.

Zunächst einmal wird Özils Einkauf an die Bedingung geknüpft, dass Fabregas in diesem Sommer Arsenal Richtung Barcelona verlassen wird. Und schon hier fängt doch der Irrsinn an. Wieso sollte Cesc die Gunners ausgerechnet jetzt verlassen wollen? Im Moment befindet er sich in einer Form, in der er zu den besten fünf Spielern der Welt zählt. Und auch Arsenal präsentiert sich auch international so reif und dominant wie seit Jahren nicht mehr. Die Chancen auf Titel sind so groß wie nie zuvor, und genau das will Fab doch. Rational betrachtet bleibt er deshalb doch noch zwei Jahre bei den Gunners, als dass er zu den Katalanen zurückgeht und sich hinter Xavi einreihen muss.

Sollte Özil also nur bei Fabs Weggang kommen, dann könnte man das Gerücht schon einmal als unrealistisch abstempeln. Aber es geht ja noch weiter. Özil soll sogar sein Nachfolger werden. Aber gibt es dafür nicht schon Merida? Ramsey? Haben die den Arsenal-Stil nicht schon genug verinnerlicht? Nein, stattdessen holt man natürlich lieber einen fremden Star für 17 Millionen. Weil man auf dieser Position ja überhaupt nicht überbesetzt ist. Schöne Informationswelt.

Ein seltsamer Kantersieg

Das Spiel im Molineaux war anders als sonst. Wer dachte, die Aufgabe wird sehr einfach, der sah sich schon schnell getäuscht: Der Gastgeber dominierte. Und das volle dreißig Minuten lang. Mit viel Einsatz zerstörten sie die spärlichen Angriffsbemühungen der Gunners und kamen ihrerseits nach Standards zu Möglichkeiten. Mehr als einmal musste man fürchten, dass Kevin Doyle & Co. in Führung gingen. Doch dann kam eben doch alles anders.

Für einen Wolves-Fan müssen die folgenden Szenen unglaublich bitter erscheinen: Die eigene Mannschaft spielt überraschend stark, dominiert den 15 Plätze höher angesiedelten Favoriten mit unglaublicher Leidenschaft in jedem einzelnen Zweikampf - und gerät dann mit 0:2 in Rückstand. Durch zwei Eigentore. Durch die ersten beiden Chancen.
Bei mir selbst dominierten zwei Gefühle: Erleichterung und Scham. Natürlich war ich absolut glücklich, dass Arsenal nun doch so führt wie vorgestellt und sich keinen Ausrutscher erlaubt. Aber gerade die gegnerischen Anhänger und das Team selbst taten mir Leid. Auf Platz 18, so stark kämpfend - und dann doch in Rückstand.
Für die Gunners waren die beiden Eigentore absolut wichtig, denn danach lief es. Dann kam auch noch eine Kombination über van Persie und Fab und schon stand es 3:0. Das Spiel war durch.

So mies, wie Arsenal sich den Großteil des ersten Durchgangs präsentierte, so stark präsentierten sich sich dann im Zweiten. Dann lief es, die Wolves kämpften zwar noch mit dem Mut der Verzweiflung, die Gunners brachten das Spiel aber schnell zu Ende. Dominanter Ballbesitz, kluge Ballstaffetten - so muss es laufen. Und nicht anders.

Ramsey gefiel mir gut, in meinen Augen hat er seine Chance gut genutzt, wenn gleich ich nicht ganz so euphorisch wie der Sky-Reporter seine Leistung beurteilen möchte. Man könnte fast meinen, er hätte Ramsey noch nie zuvor gesehen oder ihn maßlos überschätzt. Ich sehe es genau anders herum: Aaron hat sogar noch Luft nach oben. Für seinen ersten Auftritt in der Startelf war das natürlich mehr als ordentlich, allerdings denke ich, dass er sogar noch mehr kann.

Samstag, 7. November 2009

Der gute Geist des Molineux

Für ein englisches Stadion besitzt der Name der Heimstatt der Wolverhampton Wanderers, gemeinhin „Wolves“ genannt, einen bemerkenswert frankophilen Klang - Molineux. Dort duelliert sich heute Abend Arsenal am 12. Premier League-Spieltag mit dem gastgebenden Aufsteiger. Man wähnt sich zunächst eher auf der anderen Seite des Ärmelkanals als in dem Herzen der West Midlands, wo im 19. Jahrhundert eifrig Kohle und Erz abgebaut wurde. Zurück geht der ungewöhnliche Stadionname auf Benjamin Molineux, einen lokalen Kaufmann, dessen Familie französischen Ursprungs ist. Jener Molineux baute rund 150 Jahre vor der Eröffnung des später gleichnamigen Stadions anno 1889 auf dem heutigen Stadiongrundstück das in Wolverhampton bekannte „Molineux-Haus“.

Was das Molineux-Stadion aber mit dem FC Arsenal zu tun hat? Well, das lässt sich schnell klären. Zunächst einmal, wenn man Englands Fußball-Legende Billy Wright ins Spiel bringt. Wright ist erster Nationalspieler mit über 100 Länderspielen - lange vor den Shiltons, Charltons, Moores oder Beckhams – in die Ahnengalerie der „Three Lions“ eingegangen.

Sein ganzes langes Kickerleben verbrachte Wright bei den „Wolves“ und dem Klub etwa bei den drei einzigen Meistertiteln in der 132-jährigen Vereinsgeschichte als Kapitän vor. Zum Dank setzte man Wright in Wolverhampton nicht nur ein lebensgroßes Denkmal vor dem Molineux, zudem wurde auch eine Tribüne nach dem 1994 verstorbenen benannt. Vielleicht bleibt der stets rechtschaffene Wright damit so etwas wie der gute Geist des Molineux. Trotz aller Meriten schlugen bei Wright offenbar zwei Herzen in seiner Brust. Schon in seiner Jugend schwärmte er für Arsenal . Später schwang er dieser Jugendliebe frönend in Highbury, und nicht etwa bei seinen „Wolves“, von 1962 bis zu seiner Entlassung 1966 den Trainertaktstock. Den ließ er danach für immer fallen und kehrte nie wieder auf irgendeine Trainerbank, auch nicht zu jener Wolverhamptons, zurück.

Rückkehr ist an dieser Stelle ein ganz gutes Stichwort. Denn neben der Erinnerung an Wright verbindet Arsenal noch mehr mit Wolverhampton. Die Saison 2003/2004, nach der die Gunners-Granden wie Henry, Bergkamp oder Vieira ungeschlagen als „The Invincibles“ in den Premier League-Olymp aufstiegen. Erstmals seit dieser herausragenden Spielzeit gastiert Arsenal im Molineux. Der Kalender schrieb seinerzeit den 7. Februar 2004, Arsenal siegte nach Toren von Bergkamp, Henry und Toure souverän mit 3:1. Übrig geblieben von jenem Aufeinandertreffen sind nur noch zwei Protagonisten.

Auf Seiten der „Wolves“ is es deren hartgesottener Kapitän Jody Craddock, der im Herzen von Wolverhamptons Abwehrzentrum steht und dort als „tough-tackling“ Turm in der Schlacht gilt . Auf Seiten von Arsenal Arsene Wenger. Mit mittlerweile 60 Jahren und allein 13 Dienstjahren bei den „Gunners“ hat der Elsässer schon einiges erlebt. Eine Niederlage in sechs Duellen mit den „Wolves“ gehört, wie die BBC zu berichten weiß, indes nicht dazu. Mal darf also gespannt sein, ob heute Wengers siebter Streich gegen die auf dem drittletzten Rang platzierten Wölfe folgt. Für die Gastgeber wäre dies im harten Abstiegskampf sicher zum Heulen, für Arsenal zweifellos ein Pflichtsieg.

Der Gastbeitrag stammt aus der Feder des Fußball-Blogs Thor Waterschei.

Freitag, 6. November 2009

Absolut Sorgenfrei

Und um vom Exkurs gleich wieder wegzukommen, hier nun was für Statistikfreunde:



Eine sehr, sehr seltsame Tabelle, die FourFourTwo da mal ausgepackt hat. Angeblich wurden dafür tausende Interviews von den Managern seit Saisonbeginn ausgewertet.
Sehr interessantes Ding.

Aber:

Wieso hat Wenger am ersten Spieltag nur 9% Zufriedenheit? Arsenal hat 6:1 (!) gegen Everton gewonnnen gehabt. Wo sollen da bitte Sorgen auftreten? Mir ein Rätsel. Ebenso, warum Fulham da Erster war, obwohl sie beim Pompey nur 1:0 gewonnen haben. Naja.